Allgemeines zur Kur auf Föhr

Für einen Aufenthalt aus gesundheitlichen Gründen gibt es auf Föhr seit nunmehr über 100 Jahren zwei Hauptindikationen, die in ihrer Bedeutung wegen des rasanten zahlenmäßigen Anstiegs der Betroffenen stetig zugenommen haben:

Erkrankungen der Haut und der Atemwege.

Völlig unabhängig davon, weshalb Sie nach Föhr kommen, sei hier aber auf einen wichtigen Punkt hingewiesen, der grundsätzliche Bedeutung hat:

Die Aufenthaltsdauer sollte nicht unter drei Wochen betragen. Diese Empfehlung geben wir nicht im Interesse der Vermieter auf der Insel, sondern deshalb, weil die Klimaanpassungsphase, die bis zu zehn Tage und mehr dauern kann, zunächst eine Bela-stungssituation für den Organismus darstellt. Ein Gesunder bemerkt davon meist nicht viel, bei akut oder chronisch Kranken wirkt sie sich jedoch u.U. anfangs negativ auf den Zustand aus, erst danach kommt es zu einer allmählichen Stabilisierung der Situation. Den Mechanismus, der dies bewirkt, nannte man früher "Abhärtung”, heute wird das vornehmer mit dem Terminus "psychovegetative Konditionierung” ausgedrückt. Dabei werden bei jedem Menschen vorhandene, aber durch unsere zivilisatorische Lebensweise nicht in Anspruch genommene Regulationsmechanismen in Gang gesetzt, oder wieder "auf Trab” gebracht. Die "Erntephase" beginnt also erst so richtig ab der dritten Woche.

Dieser Mechanismus, den wir Kurärzte regelmäßig, aber immer wieder (und immer noch erstaunt!) beobachten, wirkt sich förderlich auf alle möglichen Bereiche des Befindens aus. Bei Gesunden ist das Resultat ganz banal eine gute Erholung. Bei chronisch Kranken bewirkt diese wichtige Auswirkung unseres Reizklimas jedoch die Mobilisation von brachliegenden Ressourcen und damit ganz allgemein positive Effekte auf den Krankheitsverlauf, nicht zuletzt dadurch, dass auch das körpereigene Immunsystem eine Effizierung erfährt.